Joachim Müller (41) Geschäftsführer

Mit einer Vespa 50 Rundlenker fing 1986 alles an... Irgendwie war mir schon seit längeren klar, dass ich spätestens mit 16 einen Roller vor der Tür stehen haben wollte, eine Vespa sollte es sein, und bitte keine von diesen neumodischen PK - Modellen.
Mit Glück wurde ich innerhalb kürzester Zeit fündig. Die 400.- DM belasteten mein Prima-Giro bis aufs äußerste, aber egal, das Ding musste her. Kaum zu glauben, aber die erstandene 50N war erst 4 1/2 Jahre, aber schon alt genug für ein durchgerostetes Trittbrett.
Wie ich es geschafft habe in wenigen Monaten ohne Kohle und meinen bescheidenen Kenntnissen in Sachen Rollertechnik das biedere Einkaufsmobil in einen mit Lampen und Spiegeln bepackten Mod-Scooter zu verwandeln ist mir bis heute nicht ganz klar. Die vielen Arbeitsstunden und Entbehrungen waren jedoch nach der ersten Stadtrunde vergessen.

Nach Schulschluss auf dem Roller durch den Stadtplatz, das Scheppern des Proma-Rennauspuffs, aus den Boxen im Handschuhfach the Chords live, dazu der flatternde Union-Jack an der 2-Meter Funkantenne -wow- und alle Leute drehen sich nach dir um. Als dann noch einige Freunde mit dem Rollerfahren anfingen, und wir gemeinsam die ersten Treffen besuchten war ich endgültig infiziert.
Um mir die ganze Sache Leisten zu können fing ich damit an Roller anzukaufen, herzurichten und Gewinnbringend zu verkaufen. Auch die ersten Auftragsarbeiten führte ich aus.
An Wochenenden ging es mit dem Roller auf Partys und Rollertreffen, unter der Woche wurde an eigenen Projekten oder an fremden Rollern geschraubt. So wuchs ich mehr und mehr in die Bayrische und Österreichische Rollerszene hinein.

Als ich dann mein Maschinenbaustudium nach drei Semestern in den Sand gesetzt hatte, war mir klar, dass ich mein Hobby zum Beruf machen wollte, und so suchte ich mir eine Lehrstelle als Zweiradmechaniker in einer Vespa und Suzuki Vertragswerkstatt.
Endlich hatte ich die Möglichkeit meine Ideen in einer professionellen Werkstatt umzusetzen. Sämtliche Mittagspausen wurden dazu benutzt um irgendwelche Rollerteile zu modifizieren.
In dieser Zeit entstanden der Lambretta-Racer „Kevin Schwanz“ und der Lambretta-Cutdown „jelly vodka“. Mit letzteren gewann ich auf einigen Customshows Pokale, was meinen Bekanntheitsgrad weiter steigerte. Nach 1 3/4Jahren schloss ich meine Lehrzeit frühzeitig ab, arbeitete noch zwei Jahre als Geselle in meinem Lehrbetrieb weiter, bis ich mich dann im Frühjahr 1996 selbstständig machte. „Jockey`s Boxenstop“ war geboren.
Seit dem Abschluss zum Zweiradmechanikermeister, für den ich die höchste Auszeichnung des bayrischen Meisterpreises erhielt, führe ich meinen Laden als Vollerwerb.

Bis Anfang 2004 befand sich mein Laden in einer kleinen Garage am idyllischen Gartlberg in Pfarrkirchen, neu hinzu kamen im Laufe der Jahren diverse Lagerplätze und Stellflächen. Letztendlich musste aus Platzmangel zu manchen Arbeiten in eine zweite Werkstatt ausgewichen werden.

Da man so auf dauer nicht arbeiten kann und um der immer größeren Anzahl von Kunden gerecht zu werden begab ich mich schon 2000 auf die Suche nach einer grösseren Werkstatt. Nach zwei Jahren erfolgloser Suche entschloß ich mich zum Bau eines auf mein Gewerbe zu-
geschnittenen Arbeitsplatzes.
Nach weiteren zwei Jahren stand die Finanzierung und das
Gebäude, der heutige Boxenstop in Falkenberg.

Falls ich mal nicht in der Arbeit stehe toure ich für mein Leben gerne mit einer meiner Lambrettas durch Italien, zur
Not auch mal nur durch Bayern.

Ich hoffe wir sehen uns!

Jockey